14-tätige Reise nach Kuba: unsere Tipps, persönliche Empfehlungen und Erfahrungen

Kuba ist kein Reiseziel wie jedes andere. Es ist kein Land, in das man fliegt und einfach nur entspannt Urlaub macht, ohne sich mit dem Ort auseinanderzusetzen. Schon bevor man dort ankommt, weiß man, dass Kuba ein schwieriges Land ist. Die politische Situation, die sichtbare Armut, die Versorgungsprobleme und die Umstände, unter denen viele Menschen dort leben, prägen das Land auf eine Weise, die man als Reisender nicht ignorieren kann.
Genau deshalb möchten wir ehrlich über diese Reise schreiben. Kuba war schon lange ein Traum von uns und 2024 war für uns endlich der Moment gekommen, diesen Traum wahr werden zu lassen. Wir fanden die Reise wirklich schön, sehr besonders und auf ihre Art auch unglaublich eindrucksvoll. Aber wir würden niemandem etwas vormachen. Man bekommt dort sehr deutlich zu spüren, dass das Leben für viele Menschen vor Ort nicht leicht ist. Kuba hat uns fasziniert, aber auch beschäftigt. Es war eine Reise, die nicht nur schöne Bilder hinterlassen hat, sondern auch viele Gedanken.
Bevor man überhaupt in den Flieger steigt, sollte man sich gut vorbereiten. Für Kuba braucht man eine Touristenkarte beziehungsweise ein Visum, eine gültige Auslandskrankenversicherung und natürlich einen gültigen Reisepass. Es ist ein Land, bei dem man besser vorher alles gut organisiert, damit vor Ort nicht noch zusätzlicher Stress entsteht.

Laura und Fabio

Unser erster Stopp: Havanna, Sehenswürdigkeiten und Hotelempfehlung:

In Havanna angekommen haben wir im Telegrafo Axel Hotel La Habana übernachtet. Für uns war das Hotel vor allem wegen seiner zentralen Lage gut, denn gerade in Havanna ist es extrem wichtig, möglichst zentral zu wohnen. Die Stadt lebt von ihren Straßen, ihren Fassaden, ihrer Musik und diesem ganz besonderen Gefühl, das man eigentlich nur versteht, wenn man einmal dort war. Gleichzeitig ist Havanna aber auch anstrengend. Es ist laut, voll, chaotisch und man muss ständig aufmerksam sein.

Wir waren insgesamt drei Tage in Havanna, was wir auch genauso empfehlen würden. Zwei volle Tage reichen aus, um die wichtigsten Orte zu sehen und einen ersten Eindruck von der Stadt zu bekommen. Am ersten Tag haben wir uns auf die klassischen Sehenswürdigkeiten konzentriert. Dazu gehörte die Gegend rund um das Capitolio, das man schon von Weitem erkennt und das mit seiner imposanten Architektur sofort auffällt. Direkt in der Nähe liegt auch das Gran Teatro de La Habana, eines der beeindruckendsten Gebäude der Stadt. Von dort aus sind wir weiter durch Habana Vieja, also die Altstadt, gelaufen. Genau hier schlägt für viele das Herz Havannas. Die Gebäude sind wunderschön, auch wenn viele davon sichtbar vom Zahn der Zeit gezeichnet sind. Überall hört man Musik, sieht Oldtimer, Menschen auf den Straßen, kleine Cafés und Ecken, die gleichzeitig magisch und melancholisch wirken.

Später waren wir noch am Hotel Nacional de Cuba, einem der bekanntesten Hotels des Landes, das nicht nur geschichtlich interessant ist, sondern auch einen besonderen Charme hat. Den Tag haben wir am Malecón ausklingen lassen. Diese berühmte Uferpromenade gehört für uns zu den Orten, an denen man Havanna wirklich spürt. Dort sitzen Einheimische, Paare, Gruppen, Touristen, Musiker und vor allem abends hat dieser Ort eine ganz eigene Stimmung.

Ein wichtiges Thema in Havanna ist auch das Geldwechseln. Das hat uns anfangs ehrlich gesagt etwas verunsichert. Offiziell gibt es natürlich offizielle Wechselmöglichkeiten, aber tatsächlich bekommt man auf der Straße meistens deutlich mehr für sein Geld. So komisch sich das als Tourist auch anfühlen mag: In Kuba ist das oft die bessere Variante. Natürlich muss man dabei vorsichtig sein und sollte nicht unüberlegt mit jedem tauschen, aber es ist etwas, das man einfach wissen sollte, weil es vor Ort einen großen Unterschied macht.

Sehenswürdigkeiten Tag 1 in Havana:
  1. Explanada del Capitolio
  2. Gran Teatro de La Habana 
  3. Habana vieja 
  4. Plaza de la Catedral
  5. Plaza vieja 
  6. Hotel National de Cuba
  7. Malecón
Sehenswürdigkeiten Tag 2 in Kuba:
  1. Plaza de la Revolución
  2. Rio Almandares
  3. Fusterlandia
  4. Callejón de Hamel
Capitolio
Gran Teatro de La Habana
Plaza Vieja
Habana Vieja
Hotel Nacional de Cuba
Malecón
Plaza de la Catedral
Plaza de la Revolución
Rio Almandares
Fusterlandia

Unsere Erfahrung in Havanna - darauf müsst ihr vorbereitet sein:

Am zweiten Tag hatten wir eine Oldtimer-Tour geplant. Das ist natürlich etwas, das viele in Havanna machen möchten. Leider war das eine Erfahrung, bei der wir gemerkt haben, wie schnell man in Kuba in unangenehme Situationen geraten kann. Wir hatten vorher ganz klar abgesprochen, welche Orte wir sehen wollten und hatten dafür einen Preis vereinbart. Während der Fahrt hat der Fahrer uns aber immer mehr gezeigt, als ursprünglich besprochen war. Anfangs dachten wir noch, das sei einfach nett gemeint. Irgendwann wurden wir dann skeptisch und haben nachgefragt, ob das alles noch in dem ursprünglichen Preis enthalten sei. Da stellte sich heraus, dass er plötzlich pro Stunde abrechnete. Zu diesem Zeitpunkt waren wir schon drei Stunden unterwegs und mussten am Ende deutlich mehr zahlen als geplant.

Genau solche Situationen machen das Reisen in Havanna schwierig. Man hat oft das Gefühl, ständig aufpassen zu müssen. Viele Menschen versuchen, aus Touristen möglichst viel herauszuholen. Natürlich versteht man bis zu einem gewissen Punkt auch, warum das so ist, weil man die Armut und die schwierigen Lebensumstände vor Ort sieht. Gleichzeitig macht es das für Reisende emotional nicht leichter, weil man ständig zwischen Mitgefühl und Misstrauen steht.

An diesem Tag haben wir unter anderem die Plaza de la Revolución gesehen, einen der historisch wichtigsten Orte des Landes. Außerdem waren wir am Río Almendares, haben Fusterlandia besucht, das mit seiner bunten Mosaikkunst eine ganz andere Seite Kubas zeigt, und waren im Callejón de Hamel, einem Ort voller Kunst, Musik und afro-kubanischer Kultur. All diese Spots haben uns gut gefallen, aber gleichzeitig blieb bei diesem Tag eben auch das Gefühl zurück, dass man in Havanna nie ganz loslassen kann.

Das wurde uns leider schon am ersten Tag sehr deutlich bewusst, als wir auf der Suche nach SIM-Karten waren. Ein Mann sprach uns an und meinte, er würde in unserem Hotel arbeiten und hätte gerade frei. Er bot uns an, uns zu helfen. Wir haben ihm geglaubt und sind mitgegangen. Im Nachhinein war das ein großer Fehler. Er brachte uns zunächst an einen Ort, an dem es angeblich SIM-Karten geben sollte. Dort hieß es dann aber, dass gerade kein Internet funktioniere und deshalb nichts verkauft werden könne. Anschließend brachte er uns zu einem Freund. Plötzlich ging es dort aber gar nicht mehr um SIM-Karten, sondern um Zigarren.

Wir hatten irgendwann mal erwähnt, dass wir auf Kuba vielleicht Zigarren kaufen wollen, uns aber noch gar nicht richtig damit beschäftigt hatten. In dem Moment waren wir komplett überfordert und wussten nicht, wie offizielle Zigarrenkäufe dort normalerweise ablaufen. Da sich alles in einem Haus abgespielt hat, waren wir uns nicht sicher, ob das vielleicht normal ist. Die Männer dort haben uns extrem unter Druck gesetzt und am Ende haben wir uns gezwungen gefühlt, Zigarren zu kaufen. Wir haben rund 300 Euro dort gelassen und später stellte sich natürlich heraus, dass es Fake-Zigarren waren.

Im Nachhinein war uns klar, dass dieser Mann nie im Hotel gearbeitet hat und dass das Ganze von Anfang an eine Masche war. Gerade wenn man sich mit Zigarren nicht auskennt, ist es in Kuba sehr leicht, auf so etwas hereinzufallen. Echte Zigarren sollte man deshalb nur in offiziellen Geschäften kaufen. Dort bekommt man auch die entsprechenden Verpackungen, Siegel und eine deutlich bessere Sicherheit, dass man nicht betrogen wird. Wir waren zu diesem Zeitpunkt einfach schlecht informiert und insgesamt auch etwas überfordert. Deshalb ist es uns wichtig, das so ehrlich zu erzählen, damit andere daraus lernen können.

Old Timer Tour

Weiterreise nach Cayo Coco – lange Fahrt, aber alles hat geklappt:

Nach Havanna ging es für uns weiter nach Cayo Coco. Den Transfer hatten wir bereits in Deutschland über Gaviota Tours gebucht, was im Nachhinein eine gute Entscheidung war. Wir wurden morgens um sieben Uhr abgeholt und für zwei Personen hat der Transfer 90 US-Dollar gekostet, was wir für die Strecke und den Aufwand absolut in Ordnung fanden.

Man muss sich in Kuba allerdings darauf einstellen, dass nicht immer alles reibungslos funktioniert. Auf dem Weg hatten wir zwischenzeitlich eine Situation, in der es nicht weiterging, weil an einer Tankstelle die Elektrik nicht funktionierte und deshalb nicht getankt werden konnte. Solche Dinge passieren dort einfach. Das ist etwas, worauf man sich mental einstellen sollte. Was man aber auch sagen muss: Touristenbusse und organisierte Transfers haben in solchen Situationen oft Vorrang. Am Ende hat also alles funktioniert und wir sind gut in Cayo Coco angekommen.

Paradies gefunden in Cayo Coco:

Nach dem intensiven Start in Havanna hat sich Cayo Coco wie ein ganz anderer Teil der Reise angefühlt. Dort haben wir im Sol Cayo Coco übernachtet und genau diese Tage haben wir sehr genossen. Die Atmosphäre war viel ruhiger, entspannter und insgesamt deutlich weniger touristisch, als wir es erwartet hatten. Die Umgebung war wunderschön und vor allem die Strände haben uns dort wirklich begeistert.

Direkt neben unserem Hotel gab es einen Strandabschnitt, der praktisch verlassen war, weil dort kein Hotel mehr existierte. Dadurch fühlte sich dieser Teil fast wie ein privater Strand an. Genau das war für uns etwas ganz Besonderes. Wir hatten dort oft das Gefühl, wirklich unsere Ruhe zu haben, und konnten diese Tage einfach genießen. Die Menschen vor Ort waren sehr freundlich und insgesamt war Cayo Coco für uns ein Ort, an dem wir erstmals auf der Reise richtig runterkommen konnten.

Wir hatten dort All Inclusive und waren insgesamt fünf Tage dort. In dieser Zeit haben wir uns bewusst auch einen Ausflug vorgenommen, der für uns eines der Highlights der Reise war: Trinidad.

Cayo Coco

Tagesausflug nach Trinidad – wunderschön und absolut einen längeren Aufenthalt wert:

Für den Ausflug nach Trinidad haben wir direkt über das Hotel ein Taxi für den ganzen Tag gebucht. Das lief problemlos. Der Fahrer hat uns morgens abgeholt, zu allen Orten gebracht, die wir sehen wollten, und uns abends wieder zurück nach Cayo Coco gefahren. Für den Tag haben wir 300 Euro bezahlt. Das ist natürlich kein ganz günstiger Ausflug, aber für uns hat es sich gelohnt, weil Trinidad wirklich wunderschön war.

Wenn wir es nochmal machen würden, würden wir dort auf jeden Fall ein bis zwei Nächte bleiben. Als Tagesausflug war es zwar machbar, aber diese Stadt hat so viel Charme, dass sie eigentlich mehr Zeit verdient. Trinidad ist bunt, lebendig, historisch und gleichzeitig total entspannt. Die Straßen sind gepflastert, die Häuser farbenfroh und überall spürt man diese besondere kubanische Atmosphäre.

Zu den Sehenswürdigkeiten, die wir dort gesehen haben, gehörte der Manaca Iznaga Tower, von dem man für gerade einmal etwa 50 Cent eine tolle Aussicht hat. Außerdem waren wir im Valle de los Ingenios, einem geschichtsträchtigen Tal, das früher eng mit der Zuckerproduktion verbunden war. Die Plaza Mayor hat uns besonders gut gefallen, weil sie das Zentrum des städtischen Lebens bildet. Rundherum ist alles voller Musik, Kultur und Bewegung. Auch der Mirador del Valle de los Ingenios war ein wunderschöner Aussichtspunkt.

Besonders schön fanden wir aber die Stimmung in Trinidad selbst. Am Abend wird rund um die Plaza Mayor Musik gemacht, Menschen tanzen, sitzen zusammen und genießen einfach das Leben. Genau diese Atmosphäre hat uns total begeistert. Es fühlte sich lebendig an, aber nicht hektisch. Dazu kommt, dass die Preise dort wirklich sehr niedrig waren. Wir haben zum Beispiel für zwei Crêpes und zwei Getränke gerade einmal zwei Euro bezahlt. Ein Ort, den wir auf jeden Fall empfehlen können, ist die Bodeguita del Medio. Dort war die Stimmung toll, das Essen lecker und auch die Drinks haben uns richtig gut gefallen.

Sehenswürdigkeiten in Trinidad:
  1. Manaca Iznaja
  2. Valle de los Ingenios
  3. Museo de Historia Municipal
  4. Plaza Mayor
  5. Casa de la Música
  6. Mirador del Valle de los Ingenios
Manaca Iznaga
Aussicht vom Turm Manaca Iznaga
Valle de los Ingenios
Muses de Historia Municipal
Plaza Mayor
Casa de la Música
Mirador del Valle de los Ingenios
Bodeguita del Medio

Varadero – der touristischste Teil unserer Reise:

Für uns ging es weiter nach Varadero, wo wir die letzten sechs Tage unserer Reise verbracht haben. Dort kamen wir mit einem Sammel-Taxi hin, was deutlich günstiger war als ein privates Taxi. Wir waren insgesamt zu viert im Wagen und haben für uns beide 120 Euro bezahlt.

In Varadero haben wir im Paradisus Varadero übernachtet und dort sofort gemerkt, dass dieser Teil Kubas touristischer ist als alles zuvor. Das Hotel war deutlich größer, die gesamte Anlage stärker auf Tourismus ausgelegt, es gab mehr Aktivitäten, mehr Menschen und insgesamt war alles voller. Trotzdem fanden wir auch diesen Teil der Reise sehr schön. Der Strand war traumhaft, die Anlage insgesamt hübsch und besonders die Sonnenuntergänge sind uns in Erinnerung geblieben.

Varadero ist sicherlich der Ort auf Kuba, an dem man am ehesten klassischen Strandurlaub erlebt. Genau deshalb war es für uns auch ein passender Abschluss, weil wir nach all den Eindrücken der ersten Reisetage dort nochmal anders entspannen konnten.

Was man über Kuba wissen sollte:

Eine Sache, die man vor einer Kuba-Reise wirklich verstehen muss, ist, dass man dort keinen Luxus und keine Standards wie in Deutschland erwarten darf. Auch wenn man in guten Hotels übernachtet, bedeutet das nicht automatisch, dass alles hygienisch oder organisiert so abläuft, wie man es vielleicht aus Europa kennt. Es kann durchaus sein, dass man Kakerlaken sieht, dass Abläufe chaotisch wirken oder dass manches einfach nicht besonders sauber erscheint. Das ist nicht angenehm, gehört aber leider zur Realität vor Ort.

Gleichzeitig möchten wir auch sagen, dass genau diese Reise uns gezeigt hat, wie wenig selbstverständlich viele Dinge eigentlich sind. Kuba ist wunderschön, aber Kuba ist auch fordernd. Es ist ein Land, das einen nicht unberührt lässt.

Was uns ebenfalls wichtig ist: Die Einheimischen freuen sich wirklich über jede Kleinigkeit. Dinge wie Zahnbürsten, Flip-Flops oder einfache Medikamente wie Paracetamol können dort unglaublich viel bedeuten, weil viele Menschen nur schwer an solche Dinge kommen. Wenn ihr also nach Kuba reist und im Koffer noch etwas Platz habt, lohnt es sich sehr, ein paar Kleinigkeiten mitzunehmen und zu verschenken.

Unser Fazit zu Kuba:

Kuba war für uns eine der eindrucksvollsten Reisen, die wir gemacht haben. Nicht, weil alles perfekt war, sondern gerade weil es das nicht war. Es war wunderschön und gleichzeitig anstrengend. Es war voller Musik, Farben und besonderer Orte, aber eben auch voller Situationen, die uns gezeigt haben, wie schwierig das Leben dort ist.

Wir fanden Kuba trotz all dieser Umstände sehr schön und sind froh, diese Reise gemacht zu haben. Aber wir würden niemandem raten, unvorbereitet dorthin zu fliegen oder sich alles romantischer vorzustellen, als es ist. Kuba ist kein einfaches Reiseziel, aber genau deshalb bleibt es einem auch so im Kopf.

Und vielleicht ist genau das das Besondere an dieser Reise gewesen: Dass sie nicht nur schön war, sondern echt.