Brasilien Rundreise: Unsere ehrliche Erfahrung zwischen Traumstränden, Wüstendünen und Rio de Janeiro

Brasilien war der Start unserer Weltreise und ehrlicherweise hätten wir uns kein spannenderes Land dafür aussuchen können. Brasilien stand schon lange auf unserer Wunschliste. Einerseits wegen Rio de Janeiro mit der berühmten Christusstatue, einem der sieben Weltwunder der Neuzeit, andererseits wegen den einzigartigen Dünenlandschaften der Lençóis Maranhenses, die wir schon unzählige Male auf Bildern gesehen hatten.

Die Herausforderung bei Brasilien: Das Land ist riesig. Wirklich riesig. Deshalb muss man sich vor einer Reise gut überlegen, was man sehen möchte, denn zwischen den einzelnen Regionen liegen oft mehrere Flugstunden. Unsere Route führte uns von Salvador de Bahia über São Luís und Barreirinhas zu den Lençóis Maranhenses, anschließend nach Rio de Janeiro und zum Abschluss nach Foz do Iguaçu.

Für die längeren Strecken haben wir uns bewusst für Inlandsflüge entschieden. Wer viel Zeit und ein kleineres Budget hat, kann natürlich auch mit Fernbussen reisen. Allerdings dauern manche Verbindungen 16 bis 20 Stunden oder sogar länger.

Wir waren im Mai unterwegs und haben uns bewusst für die Nebensaison entschieden. Die Preise sind günstiger und die Orte deutlich leerer. Dafür muss man mit mehr Regen rechnen und sollte wissen, dass gerade Rio zu dieser Jahreszeit ein anderes Gesicht zeigt als im brasilianischen Sommer.

In diesem Blog teilen wir unsere ehrlichen Erfahrungen, zeigen euch, was sich für uns gelohnt hat, was wir vielleicht anders machen würden und wie wir das Thema Sicherheit in Brasilien erlebt haben.

Rio de Janeiro
Lençóis Maranhenses
Cristo Redentor
Salvador de Bahia

Salvador de Bahia: Der perfekte Start in Brasilien

Unser erster Stopp war Salvador de Bahia. Die Stadt gilt als kulturelles Herz Brasiliens und ist besonders für ihre afro-brasilianischen Wurzeln, Capoeira und Musik bekannt. Genau deshalb wollten wir hier starten. Im Nachhinein würden wir sagen: Salvador ist ein bisschen wie die entspanntere Schwester von Rio de Janeiro. Die Stadt hat Charme, wunderschöne Strände, historische Viertel und deutlich weniger Hektik. Unsere Unterkunft lag im Stadtteil Barra, was wir absolut empfehlen können. Direkt am Meer, in einer sicheren Gegend und nur etwa 20 Minuten vom historischen Zentrum entfernt. Schon am ersten Nachmittag fiel uns auf, wie entspannt das Leben hier abläuft. Die Strände füllten sich erst gegen Nachmittag. Überall wurden Getränke, Snacks und Kokosnüsse verkauft. Die Preise waren deutlich günstiger als später in Rio. Unser persönliches Highlight war gefrorenes Kokoswasser direkt am Strand. Für etwa 6 Real, also knapp 1 Euro, bekommt man eine perfekte Erfrischung bei tropischen Temperaturen. Generell fanden wir das Thema Bezahlen in Brasilien unglaublich unkompliziert. Kartenzahlung funktioniert nahezu überall. Trotzdem würden wir empfehlen, immer etwas Bargeld dabei zu haben. Nicht das gesamte Reisebudget, sondern einfach einen kleinen Betrag für kleinere Einkäufe oder zum Handeln.

Sonnenuntergang am Farol da Barra:

Wenn ihr nur einen Sonnenuntergang in Salvador erleben könnt, dann dort. Der Leuchtturm Farol da Barra ist einer der bekanntesten Orte der Stadt und zum Abend hin treffen sich hier Einheimische und Touristen gleichermaßen. Es wird musiziert, gesungen, getanzt und die Stimmung ist einfach wunderschön. Wir haben uns eine Kokosnuss gekauft, unser Handtuch ausgebreitet und den Sonnenuntergang beobachtet. Einer dieser Momente, bei denen man einfach merkt, dass die Reise endlich begonnen hat.

Farol da Barra

Pelourinho: Das historische Herz von Salvador

Nur etwa 20 Minuten von Barra entfernt liegt Pelourinho, das historische Zentrum der Stadt und UNESCO-Weltkulturerbe. Die bunten Kolonialhäuser, Kopfsteinpflasterstraßen und kleinen Restaurants machen den Stadtteil unglaublich fotogen. Da wir in der Nebensaison unterwegs waren, war allerdings sehr wenig los. Einerseits angenehm, weil man alles in Ruhe erkunden konnte. Andererseits hatten wir das Gefühl, nicht ganz die lebendige Atmosphäre erlebt zu haben, für die Pelourinho eigentlich bekannt ist. Trotzdem fanden wir den Besuch absolut lohnenswert. Eine Empfehlung, die wir von einer Einheimischen bekommen haben, war das Restaurantn Ó Pai Ó. Dort haben wir typisch brasilianisch gegessen und es war eines der besten Essen unserer gesamten Brasilien-Reise. Unser Fazit zu Salvador: Wer entspannt in Brasilien ankommen möchte und nicht direkt das volle Großstadtprogramm sucht, findet hier den perfekten Einstieg.

Über São Luís zu den Lençóis Maranhenses

Unser nächstes großes Ziel waren die berühmten Lençóis Maranhenses. Falls ihr noch nie davon gehört habt: Dabei handelt es sich um riesige weiße Sanddünen, zwischen denen sich während der Regenzeit türkisfarbene Lagunen bilden. Ein Ort, der aussieht, als wäre er mit Photoshop erstellt worden. Der einfachste Weg führt über São Luís. Von dort fährt man etwa fünf Stunden mit dem Bus nach Barreirinhas, dem wichtigsten Ausgangspunkt für die Nationalpark-Touren. Man kann direkt nach der Landung weiterfahren, wir haben uns jedoch bewusst für eine Übernachtung in São Luís entschieden und sind erst am nächsten Morgen entspannt nach Barreirinhas gefahren.

Unser Hotel lag direkt in Flughafennähe und nahe des Busbahnhofs Terminal Rodoviário de São Luís. Die Bustickets haben wir vorab über Busbud gekauft. Für zwei Personen lagen die Kosten bei ungefähr 120 bis 160 Real, je nach Anbieter. Vor Ort am Schalter ist es meist etwas günstiger. In Barreirinhas angekommen, wurden wir direkt im Zentrum herausgelassen. Wir würden jedem empfehlen, ebenfalls zentral zu übernachten. Die meisten Touren holen euch direkt am Hotel ab und ihr könnt Restaurants, Cafés und Geschäfte bequem zu Fuß erreichen.

Lençóis Maranhenses: Lohnt sich das wirklich?

Die kurze Antwort: Ja. Absolut. Wir waren insgesamt drei Nächte in Barreirinhas und haben zwei verschiedene Touren gemacht. Die erste Tour führte uns zur Lagoa Bonita. Der Ausflug kostet etwa 150 Real pro Person und beginnt meist am frühen Nachmittag. Nach einer Fahrt mit dem Geländewagen durch die Dünenlandschaft steigt man eine steile Holztreppe hinauf und wird mit einem der beeindruckendsten Ausblicke Brasiliens belohnt. Die Lagunen sind glasklar, das Wasser angenehm warm und die gesamte Landschaft wirkt surreal. Zum Sonnenuntergang versammeln sich alle auf den Dünen. Leider hatten wir wetterbedingt kein Glück und konnten den Sonnenuntergang nicht sehen. Trotzdem war die Tour wunderschön.

Die zweite Tour war die Santo-Amaro-Tour. Sie kostet etwa 295 Real pro Person plus eine kleine Umweltgebühr von 10 Real. Hier besucht man weniger Lagunen, hat dafür aber deutlich mehr Zeit an jedem einzelnen Spot. Teilweise konnten wir 40 bis 50 Minuten an einer Lagune verbringen und einfach die Ruhe genießen. Bei beiden Touren läuft der Tag ähnlich ab: Nach der Abholung wird zunächst ein Restaurant ausgewählt, in dem später zu Mittag gegessen wird. Das Essen ist nicht im Tourpreis enthalten. Danach geht es in die Dünenlandschaft und später zum Sonnenuntergang. Wer zwischen drei und fünf Tagen Zeit hat, kann hier problemlos mehrere Touren machen. Für uns waren die Lençóis Maranhenses eines der größten Highlights Brasiliens.

Rio de Janeiro: Ist Rio wirklich so gefährlich?

Wahrscheinlich die meistgestellte Frage überhaupt. Bevor wir unsere Antwort geben, erstmal eines vorweg: Nein, wir haben uns in Rio kein einziges Mal unsicher gefühlt. Natürlich sollte man nicht mit teurem Schmuck oder der Kamera um den Hals durch jede Straße laufen. Aber mit gesundem Menschenverstand fühlten wir uns jederzeit wohl. Wir verbrachten vier Nächte in Rio und wollten vor allem die Klassiker sehen: die Christusstatue, die Copacabana, Ipanema, die Escadaria Selarón und einige weniger bekannte Orte.

Unser größtes Problem war tatsächlich nicht die Stadt selbst, sondern das Wetter. Wir hatten mehrere Tage Regen und deutlich kühlere Temperaturen als erwartet. Dadurch fehlte uns genau das, was wir mit Rio verbinden: volle Strände, Musik, Beachvolleyball, Fußball und dieses besondere brasilianische Lebensgefühl. Erst auf der Fahrt zum Flughafen erzählte uns unser Uber-Fahrer, dass Rio im Sommer komplett anders wirkt. Die Strände sind voller, die Stimmung lebendiger und die Stadt zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Deshalb würden wir rückblickend empfehlen, Rio eher in der Hauptsaison zu besuchen.

Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Rio

    • Praia Vermelha
    • Ipanema Beach
    • Copacabana
    • Cristo Redentor
    • Escadaria Selarón
    • Pão De Açúcar
Praia Vermelha
Ipanema Beach
Cristo Redentor
Escadaria Sekarón

Unser persönliches Highlight war überraschenderweise nicht die Copacabana, sondern die Praia Vermelha. Die kleine Bucht liegt direkt am Fuß des Zuckerhuts und ist besonders morgens wunderschön. Früh am Tag hatten wir den Strand fast für uns alleine. Für zwei Liegen, einen Sonnenschirm und einen kleinen Tisch zahlten wir etwa 40 Real, also rund 6 bis 7 Euro für den ganzen Tag. Ab Mittag wurde es deutlich voller und auch die Strandverkäufer kamen in großer Zahl vorbei. Von Cocktails über Sonnenbrillen bis zu gegrillten Hähnchenspießen bekommt man hier wirklich alles. Wer entspannte Ruhe sucht, ist hier falsch. Wer echtes brasilianisches Strandleben erleben möchte, wird es lieben. Die Christusstatue wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Wir buchten den offiziellen Transfer inklusive Eintritt für 264 Real pro Person. Alternativ kann man auch mit der historischen Zahnradbahn hinauffahren, was meist zwischen 120 und 150 Real kostet. Ja, es ist voll. Sehr voll. Trotzdem war der Moment, vor einem der sieben Weltwunder zu stehen, etwas ganz Besonderes. Auch die Escadaria Selarón fanden wir sehenswert. Die berühmte Treppe ist kostenlos zugänglich und am schönsten vor 8 Uhr morgens. Später wird es dort extrem voll. Auf den Zuckerhut haben wir aufgrund des Wetters verzichtet. Die Seilbahn kostet rund 195 Real pro Person. Alternativ kann man den ersten Abschnitt auch erwandern und erst den oberen Teil mit der Seilbahn fahren.

Zum Abschluss unserer Brasilien-Reise ging es nach Foz do Iguaçu. Leider wurde Fabio kurz nach unserer Ankunft krank, weshalb wir die Tage deutlich ruhiger angegangen sind als geplant. Die Stadt ist vor allem für die Iguazú-Wasserfälle bekannt, eines der größten Wasserfallsysteme der Welt. Besucher haben dabei die Wahl zwischen der brasilianischen und der argentinischen Seite. Die brasilianische Seite bietet die spektakuläreren Panoramablicke und kostet etwa 117 Real Eintritt. Die argentinische Seite ermöglicht deutlich mehr Wanderwege und nähere Einblicke in die Wasserfälle. Dort liegt der Eintritt aktuell bei rund 45.000 Argentinischen Pesos.

Je nachdem, wann ihr diesen Blog lest, ergänzen wir hier noch unsere persönlichen Erfahrungen nach unserem Besuch.

Unser Fazit zu Brasilien

Brasilien war für uns ein spannender und intensiver Start in die Weltreise. Die Lençóis Maranhenses haben unsere Erwartungen sogar übertroffen. Salvador de Bahia war der perfekte Ort, um entspannt anzukommen. Rio de Janeiro hat uns ehrlich gesagt nicht ganz so begeistert wie erhofft – was vermutlich vor allem an der Jahreszeit und dem Wetter lag. Das Thema Sicherheit wurde unserer Meinung nach oft dramatischer dargestellt, als wir es tatsächlich erlebt haben. Natürlich sollte man aufmerksam bleiben, aber wir haben uns während der gesamten Reise nie bedroht oder unsicher gefühlt. Gleichzeitig sieht man die Armut in Brasilien sehr deutlich. Das gehört ebenfalls zur Realität des Landes und sollte man bei einer Reise nicht ausblenden. Trotz kleinerer Enttäuschungen würden wir Brasilien jederzeit wieder bereisen, allein schon wegen der unglaublichen Vielfalt, der herzlichen Menschen und der Landschaften, die wir so noch nirgendwo anders gesehen haben.

Wir sind Laura & Fabio.
Wir haben unser Leben verändert, um die Welt zu sehen.
Jetzt sind wir unterwegs und nehmen euch mit.

Unser Motto: Einfach machen.

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